Wassertemperatur beim Haarewaschen

Frau, die sich die Haare unter fließendem Wasser wäscht
Bild: Anetlanda/Shutterstock
F: Welche Wassertemperatur ist am besten zum Haarewaschen: kalt, warm oder so heiß wie möglich?
 
A: Für die meisten Menschen mit normal verschmutztem Haar ist warmes Wasser - etwa 37 °C bis 38 °C, also knapp über Körpertemperatur - die ideale Wahl. Warmes Wasser hilft dabei, alltäglichen Schmutz und Talg auf der Kopfhaut effektiv zu lösen. Zudem lässt sich der Conditioner so gleichmäßiger im Haar verteilen und rückstandslos ausspülen, ohne dass beschwerende Produktreste zurückbleiben.
 

Warum du heißes Wasser vermeiden solltest

Auch wenn sehr heißes Wasser praktisch erscheint, um hartnäckige Styling-Rückstände oder wachsartige Produkte zu lösen, richtet es meist mehr Schaden als Nutzen an. Zu heißes Wasser entzieht der Kopfhaut ihren natürlichen Schutzfilm, was zu Trockenheit, Juckreiz und Schuppenbildung führen kann.
 
Zudem sorgt Hitze dafür, dass die Schuppenschicht (Cuticula) der Haare stark aufquillt und sich abhebt. Dadurch wird das Haar porös, brüchig und anfällig für Frizz sowie Haarbruch. Wenn du starke Styling-Rückstände entfernen willst, greifst du lieber zu einem speziellen Tiefenreinigungsshampoo (Clarifying Shampoo) in Kombination mit lauwarmem Wasser, anstatt die Temperatur hochzudrehen.
 

Die Wahrheit über den kalten Guss zum Abschluss

Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass kaltes Wasser die Poren der Kopfhaut zusammenzieht und so die Talgproduktion stoppt. Das stimmt nicht. Poren besitzen kein Muskelgewebe, um sich zu öffnen oder zu schließen, und die Talgproduktion wird hormonell gesteuert. Nicht durch die Wassertemperatur. Dennoch ist eine kühle oder lauwarme Rinse am Ende der Wäsche - etwa bei 20 °C bis 25 °C - eine hervorragende Angewohnheit.
 
Die äußere Schicht jedes Haarstrangs besteht aus winzigen, überlappenden Dachziegel-Strukturen: der Schuppenschicht. Wasser lässt diese Schuppen leicht aufquellen. Kühles Wasser sorgt wiederum dafür, dass sich die Haarstruktur sanft zusammenzieht, sodass die Schuppen deutlich flacher anliegen als bei heißem Wasser. Eine glatte Schuppenschicht reflektiert das Licht viel gleichmäßiger. Deshalb wirkt das Haar nach einer kühlen Spülung glänzender und fühlt sich spürbar geschmeidiger an. Kaltes Wasser versiegelt das Haar allerdings nicht dauerhaft. Der Effekt ist vorübergehend und rein kosmetischer Natur.
 

Schutz für coloriertes Haar

Hohe Wassertemperaturen führen dazu, dass sich die Cuticula weit öffnet. Dadurch können künstliche Farbpigmente (besonders die kleineren Rot- und Intensivtönungsmoleküle) leicht aus dem Haar gewaschen werden. Das führt zu einem frühzeitigen Verblassen der Haarfarbe.
 
Das Waschen mit lauwarmem Wasser und ein kühler Abschluss helfen dabei, die Schuppenschicht flach und geschlossen zu halten. Das bewahrt die Farbbrillanz sowie den Glanz deiner Koloration über Wochen hinweg.
 
Wassertemperatur
 

Die richtige Temperatur für deinen Haartyp

• Feines oder plattes Haar: Halte dich beim Waschen und Ausspülen ausschließlich an lauwarmes Wasser. Kaltes Wasser macht feines Haar zwar nicht direkt platt, aber wenn der Conditioner nicht gründlich ausgespült wird, wirkt das Haar schnell strähnig und beschwert. Lauwarmes Wasser sorgt dafür, dass alle Produkt- und Pflegerückstände komplett ausgespült werden.
 
• Poröses oder lockiges Haar: Poröses oder strukturiertes Haar verliert sehr schnell Feuchtigkeit. Eine milde Wäsche mit lauwarmem Wasser, gefolgt von einer kühlen Glanzspülung, hilft dabei, die äußere Schuppenschicht zu glätten, wertvolle Feuchtigkeit im Haar einzuschließen und die natürliche Lockenstruktur wunderschön zu definieren.
 

Einfluss der Wasserhärte

Die Temperatur ist nicht der einzige Faktor bei dem, was aus deinem Duschkopf kommt. Hartes Wasser (reich an Calcium- und Magnesiummineralien) reagiert chemisch mit dem Shampoo und bildet sogenannte Kalkseife, die sich als feiner Film auf das Haar legt. Diese Mineralablagerungen fühlen sich oft wie fettige oder stumpfe Rückstände an, nehmen dem Haar seinen natürlichen Glanz und verhindern, dass pflegende Inhaltsstoffe tief in die Haarstruktur eindringen können.
 
Wenn sich dein Haar trotz richtiger Pflege starr, strohig oder kraftlos anfühlt - egal welche Wassertemperatur du nutzt -, können solche Mineralablagerungen die Ursache sein. Ein Duschkopffilter oder die einmal wöchentliche Anwendung eines Chelatschampoos stellt die natürliche Textur, Sprungkraft und den Glanz deines Haares wieder her.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch:
 
Ist es besser das Haar mit kaltem Wasser zu waschen?
 
Wie oft soll ich mein Shampoo wechseln?