Haarfarbe und Sonnenschein

Frau mit blondem Haar, die den Sonnenschein genießt
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F: Ich habe mich gefragt, ob das Haar heller wird, wenn man lange in der Sonne bleibt, und wie lange dieser Aufhellungsprozess dauert. Was kannst du tun, um das zu verhindern?
 
A: Haare werden durch Sonneneinstrahlung tatsächlich heller. Die UV-Strahlung der Sonne baut die natürlichen Melanin-Pigmente in der Faserstruktur durch eine sogenannte Photobleichung ab. Da die Zellen der Haarstruktur nicht mehr aktiv sind und - anders als unsere Haut - kein neues Melanin nachproduzieren können, verblasst das Pigment dauerhaft. So entsteht der beliebte „Sun-kissed“-Look.
 
Die Haare am Oberkopf und das Deckhaar hellen dabei als Erstes schrittweise auf. Bei feinem oder porösem Haar zeigt sich dieser Effekt noch schneller, da die UV-Strahlen leichter in die Cortex eindringen und das Melanin zersetzen können.
 

Beschleunigung des Aufhellungseffekts

Viele investieren extra Zeit und Mühe, um diesen Aufhellungseffekt im Haar zu verstärken. Dafür gibt es spezielle Aufhellungssprays, und auch Zitronensaft gilt als echter Klassiker. Die darin enthaltene Zitronensäure wirkt in Kombination mit UV-Licht als Oxidationsmittel und beschleunigt den Pigmentabbau spürbar.
 
Allerdings möchte nicht jeder, dass sich die eigene Haarfarbe durch die Sonne verändert. Wer Zeit und Geld in eine professionelle Salon-Coloration investiert hat, sucht meist nach Wegen, das Haar vor dem Verblassen der Farbpigmente zu schützen. Aber auch Naturhaarfarben sind betroffen: Bei brünettem Haar kommen durch den Abbau des dunklen Eumelanins oft unerwünschte warme oder rötliche Reflexe zum Vorschein, während rotes und blondes Haar schnell seine Strahlkraft verliert, matt wirkt oder einen unschönen Gelb- oder Orangestich bekommt.
 
Die Wirkung von UV-Strahlung auf das Haar
 

Schutzmethoden

Um Sonnenschäden im Haar effektiv vorzubeugen, ist ein spezieller UV-Schutz unverzichtbar. Verwende dafür jedoch auf keinen Fall normale Sonnencreme für die Haut. Hautlotions sind mit schweren Ölen und Emulsionen darauf ausgelegt, direkt in die Haut einzuziehen. Wenn du sie ins Haar gibst, hinterlassen sie einen fettigen Film, der sich nur schwer wieder auswaschen lässt und die Strähnen keineswegs gleichmäßig schützt.
 
Nutze stattdessen diese bewährten Präventionsmethoden:
 
• Nutze Leave-in UV-Schutzprodukte: Halte Ausschau nach Leave-in Conditionern, Haarölen oder speziellen Haar-Sonnenschutzsprays mit integrierten UV-Filtern (wie Benzophenone-4 oder Ethylhexyl Methoxycinnamate). Leave-in Produkte verbleiben auf der Haaroberfläche und bilden ein Schutzschild gegen die UV-Strahlung. Hinweis: Shampoos und ausspülbare Conditioner mit UV-Schutz bieten nur minimalen Schutz, da die aktiven Filter beim Ausspülen größtenteils direkt im Abfluss landen.
 
• Trage einen physischen Schutz: Ein Hut mit breiter Krempe oder ein Kopftuch bleibt die zuverlässigste Methode, um dein Haar komplett vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen.
 
• Schütze das Haar vor der Kombination aus Wasser und Sonne: Mache dein Haar vor dem Schwimmen im Meerwasser oder im chlorhaltigen Pool mit sauberem Leitungswasser nass und trage einen Leave-in Conditioner oder ein Haaröl auf. Das Sättigen mit Leitungswasser verhindert, dass das Haar zu viel Salz und Chlor aufsaugt. Salz und Chlor dringen sonst tief in die Schuppenschicht ein und verstärken den UV-bedingten Pigmentabbau zusätzlich.
 
UV-Schutzmethoden zur Vorbeugung von Sonnenschäden
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch:
 
Sommerhaarpflege
 
Was man im Sommer für Haut und Haare haben muss
 
Gibt es so etwas wie einen UV Block für Haare?