Färben und Haarausfall

Haare und Farbe
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F: Ich bin 17 Jahre alt und habe das Gefühl, dass mein Haar am Oberkopf immer dünner wird. Im Nacken ist es noch relativ dicht und kraus, aber oben am Kopf und direkt am Ansatz wirkt es extrem fein. Ich befürchte sogar, dass sich langsam eine kahle Stelle bildet.
 
Meine Naturhaarfarbe ist Dunkelblond, aber ich färbe meine Haare etwa alle drei Monate, manchmal sogar noch öfter. Ich habe sie auch schon zweimal tiefschwarz coloriert und frage mich, ob das der Grund für den Haarausfall sein könnte. Ich habe nämlich gehört, dass schwarze Haarfarbe beziehungsweise sehr dunkle Nuancen aggressiver für die Kopfhaut und die Haarstruktur sein sollen als andere Töne.
 
Zusätzlich nehme ich jeden Morgen Biotin-Tabletten, habe aber bisher absolut keine Verbesserung bemerkt. Ich habe wirklich große Angst, weil ich noch so jung bin. Wie soll das erst werden, wenn ich älter bin? Das Problem ist aber, dass ich auf keinen Fall damit aufhören möchte, mir die Haare zu färben. Was soll ich jetzt tun?

 
A: Wenn du den Verdacht hast, dass die chemische Coloration zu deinem Haarausfall beiträgt, solltest du deine Haare vorerst nicht weiter färben oder blondieren, bis die genaue Ursache geklärt ist. Zwar führt eine Haarfarbe in der Regel nicht zu dauerhaftem, anlagebedingtem Haarausfall, aber sie kann die Haarstruktur massiv schwächen. Das kann zu starkem Haarbruch führen, die Kopfhaut reizen und bestehenden Haarausfall optisch wie auch strukturell deutlich verschlimmern. Deine Längen, Spitzen und die Kopfhaut weiter dieser chemischen Belastung auszusetzen, ist das Risiko schlichtweg nicht wert.
 
Mit 17 Jahren solltest du sichtbares Ausdünnen keinesfalls ignorieren. Obwohl erblicher Haarausfall bei manchen Menschen bereits im Teenageralter einsetzen kann, kommen viele andere Auslöser infrage. Hormonschwankungen, ein akuter Nährstoffmangel, bestimmte Medikamente, Schilddrüsenfehlfunktionen, entzündliche Kopfhautprobleme oder auch ungeeignete Haarpflegeprodukte können dazu führen, Haarausfall auszulösen.
 
Der wichtigste und beste Schritt ist jetzt ein Termin in einer dermatologischen Praxis. Ein Hautarzt kann deine Kopfhaut und die Haarfollikel gründlich untersuchen, deine Pflege-Routine analysieren und gegebenenfalls ein Blutbild veranlassen. Je früher die Ursache ermittelt wird, desto gezielter lässt sich dem entgegenwirken.
 
Ein Friseur ist Experte für Schnitt, Pflege, Farbtechniken und Styling. Er ist jedoch nicht dafür ausgebildet, medizinische Erkrankungen der Kopfhaut oder der Haarwurzeln zu diagnostizieren. Wenn das Problem unter der Hautoberfläche liegt, führt an einer ärztlichen Abklärung kein Weg vorbei. Es ist zwar absolut richtig, das Färben erst einmal zu pausieren, aber nur ein Arzt kann eine verlässliche Diagnose stellen und eine zielgerichtete Therapie verschreiben.
 
Auch die Erwartungen an Biotin solltest du realistisch betrachten. Biotin wird zwar häufig als Wundermittel für kräftiges Haar beworben, zeigt aber primär dann Wirkung, wenn tatsächlich ein nachgewiesener Mangel vorliegt. Bei einem ausgeglichenen Biotinspiegel führt die zusätzliche Einnahme meist weder zu schnellerem Haarwachstum noch stoppt sie einen diffusen oder erblichen Haarausfall.
 
Diese Antwort dient nur zu Informationszwecken. Für medizinischen Rat oder eine Diagnose wende dich bitte an einen Arzt.
 
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haarausfall