Allergisch auf Haarfarbe

A: Zuerst hilft es herauszufinden, ob du auf einen bestimmten Inhaltsstoff reagierst – am häufigsten ist das p-Phenylendiamin (PPD) – oder ob deine Kopfhaut generell empfindlich auf oxidative Colorationen reagiert.
Wenn du deine Haare weiterhin sicher färben möchtest, ziehe diese Schritte und Alternativen in Betracht:
• Finde das genaue Allergen heraus: Vereinbare einen klinischen Epikutantest bei einer Dermatologin oder einem Allergologen. Zu wissen, ob du allergisch auf PPD, PTD, Resorcin, Ammoniak oder bestimmte Konservierungsstoffe reagierst, hilft dir beim Kauf von Rezepturen, die ohne diese speziellen Verbindungen auskommen. Denke daran, dass bis zu 50 % der Menschen mit einer PPD-Allergie auch eine Kreuzallergie auf PTD entwickeln, weshalb „PPD-freie“ chemische Haarfarben trotzdem ein Risiko darstellen können.
• Probiere Färbetechniken ohne Kopfhautkontakt aus: Eine allergische Kontaktdermatitis entsteht nur, wenn die Farbe direkt deine Haut berührt. Foliensträhnen, Lowlights oder Balayage mit Folientechnik halten die Coloration zuverlässig von deiner Kopfhaut fern. So kannst du deine Haarfarbe sicher verändern, selbst wenn du empfindlich auf traditionelle Farben reagierst. Achte jedoch darauf, dass deine Friseurin oder dein Friseur das Produkt vorsichtig ausspült, um jeden Kontakt mit der Kopfhaut zu minimieren!
• Nutze reine Pflanzenfarben: Reine, 100%ige Pflanzenfarben – wie Henna, Indigo und Cassia – sind hervorragende natürliche Alternativen. Henna liefert rötlich-orange bis tief rotbraune Töne, während Indigo beigemischt werden kann, um dunklere Braun- und Schwarzschattierungen zu erzielen. Sie lagern sich außen an der Haarstruktur an, ohne die Schuppenschicht zu öffnen oder chemische Entwickler zu benötigen.
Hinweis: Obwohl es selten vorkommt, können natürliche Pflanzenproteine gelegentlich isolierte allergische Reaktionen hervorrufen. Teste diese daher ebenfalls vorab.
• Vorsicht vor „Schwarzem Henna“ und irreführender Kennzeichnung: Die Bezeichnung „natürlich“ oder „bio“ garantiert nicht, dass ein Produkt vollkommen allergenfrei ist. Überprüfe immer die vollständige Inhaltsstoffliste und meide alles strikt, was als „schwarzes Henna“ vermarktet wird. Schwarzem Henna wird oft gefährlich hoch konzentriertes, synthetisches PPD zugesetzt, um die Einwirkzeit zu verkürzen. Das kann schwere Blasenbildung und dauerhafte Sensibilisierungen auslösen.
• Führe einen Hautverträglichkeitstest durch: Befolge vor jeder Anwendung die Anweisungen des Herstellers für einen Hauttest hinter dem Ohr oder in der Armbeuge. Auch wenn ein Heimtest im Vergleich zum Epikutantest beim Hautarzt nicht zu 100 % narrensicher ist, erkennt er die meisten akuten Überempfindlichkeiten. Trage ein Produkt niemals auf, wenn du zuvor Schwellungen, Brennen oder einen Ausschlag davon bekommen hast.
• Ziehe Alternativen ohne Färben in Betracht: Wenn du Colorationen komplett vermeiden möchtest, bieten temporäre Farbsprays, Farbwachs, Haarkreide, Perücken, Clip-in-Extensions und Haarteile einfache Farbveränderungen, ohne deine Kopfhaut zu berühren oder deine natürliche Haarstruktur zu verändern.
Diese Antwort dient nur zu Informationszwecken. Für medizinischen Rat oder eine Diagnose wende dich bitte an einen Arzt.
©Hairfinder.com
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Färben