Dunkles Haar im Alter

Ältere Frau mit dunklem Haar
Bild: Nadino/Shutterstock
F: Ich höre oft, dass dunkles Haar einen älter wirken lässt, je älter man wird. Stimmt das wirklich? Ich dachte immer, das hängt vom Hautton ab. Wenn jemand zum Beispiel einen natürlich gebräunten Teint hat, ist dunkles Haar dann nicht eigentlich die beste Wahl?
 
A: Du hast vollkommen recht: Die ideale Haarfarbe hängt immer vom individuellen Hautton und den jeweiligen Untertönen ab. Dennoch stimmt die Faustregel, dass sehr dunkles Haar reife Haut meist älter wirken lässt. Der Grund dafür liegt vor allem im starken Kontrast.
 
Mit zunehmendem Alter hellt sich die Naturhaarfarbe schrittweise auf und ergraut. Dahinter steckt ein biologischer Prozess: die nachlassende Melaninproduktion in den Haarfollikeln. Wenn die Melanozyten-Stammzellen langsamer arbeiten, wachsen die einzelnen Haare mit immer weniger Pigmenten nach, bis die Synthese komplett stoppt und weiße Haare entstehen. Das optische Zusammenspiel aus weißen, grauen und noch pigmentierten Haaren hellt die globale Tonhöhe auf.
 
Gleichzeitig verändert sich der Teint. Die Haut verliert an Kollagen sowie Elastizität, die Untertöne büßen ihre natürliche Wärme ein, und Fältchen, Falten oder Pigmentflecken treten deutlicher hervor. Das verändert die Dynamik zwischen Haarfarbe und Gesichtszügen. Eine Nuance, die mit 25 noch strahlend und schmeichelhaft aussah, kann mit 55 plötzlich hart wirken, selbst wenn der Hautton scheinbar ähnlich geblieben ist.
 
Zeigt die Haut erste sichtbare Zeichen der Alterung, lässt eine deckende, dunkle Haarfarbe - wie man sie vielleicht in der Jugend getragen hat - feine Linien und Schatten schärfer hervortreten. Ein sehr dunkler, plakativer Farbton erzeugt einen extrem harten visuellen Kontrast zu reifer Haut. Das Auge wird dadurch direkt auf tiefere Gesichtszüge, Augenschatten und kleine Fältchen gelenkt, die von einer weicheren Haarfarbe optisch sanft kaschiert werden könnten.
 
Ältere Frau vor und nach einer helleren Haarfarbe
 
Das heißt aber keineswegs, dass man dunkles Haar im Alter komplett meiden muss. Kundinnen mit einem von Natur aus dunkleren Teint oder olivenfarbener, gebräunter Haut können auch in reiferen Jahren dunklere Nuancen hervorragend tragen. Doch selbst bei warmen oder dunkleren Hauttypen ist die schmeichelhafteste Wahl meist eine etwas weichere Variante der eigenen Naturtonhöhe, statt eines stumpf wirkenden Schwarz oder harten Dunkelbrauns.
 
In der Salonpraxis raten wir meist dazu, die Haarfarbe etwa ein bis drei Tonhöhen heller als die ursprüngliche Naturtonhöhe anzusetzen oder gezielt mit Strähnentechniken wie Babylights, Highlights und Lowlights zu arbeiten. Fein platzierte Face-Framing-Highlights lassen den Teint sofort strahlen, weichen die Kontur zwischen Haaransatz und Gesicht sanft auf und nehmen dem Kontrast genau die Härte, die kleine Makel sonst betonen würde.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Färben