Wie du schneller lange Haare bekommst

Antwort: Deine Haare nachts hochzubinden, lässt sie leider nicht schneller wachsen. Das eigentliche Haarwachstum findet unter der Kopfhaut am Haarfollikel statt. Wie du deine Haare im Bett trägst, hat also keinen direkten Einfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit. Wie du dein Haar über Nacht schützt, macht jedoch einen riesigen Unterschied für den Längenerhalt und die allgemeine Haargesundheit aus.
Ständiger, fester Zug an der Haarwurzel während der Nachtruhe kann außerdem zu einer sogenannten Traktionsalopezie führen. Einer Form von schleichendem Haarausfall, die durch dauerhafte Spannung auf die Haarfollikel entsteht. Schlafe zudem niemals mit nassen, hochgebundenen Haaren. Im nassen Zustand ist die Schuppenschicht geöffnet, das Haar ist extrem empfindlich, verliert an Elastizität und bricht unter Druck sehr leicht ab. Zudem begünstigt die eingeschlossene Feuchtigkeit das Entstehen von Pilzinfektionen auf der Kopfhaut.
Eine deutlich bessere Wahl ist ein lockerer Flechtzopf oder ein weicher, tief im Nacken gebundener Dutt. Diese Stylings halten dein Haar schonend zusammen und minimieren die Spannung auf die Kopfhaut. Nutze statt rauer, harter Gummibänder lieber ein weiches Scrunchie aus Seide oder Satin.
Für maximalen Schutz trägst du nachts eine Schlafhaube aus Seide oder Satin oder schläfst direkt auf einem Seiden- bzw. Satinkissenbezug. Im Gegensatz zu extrem saugfähiger Baumwolle entziehen diese glatten Stoffe dem Haar keine Feuchtigkeit und verursachen kaum Reibung auf der Haaroberfläche. Das reduziert Frizz und Haarbruch über Nacht drastisch.

Wenn dein Ziel eine lange Traumlänge ist, ist der Schutz der Haarspitzen genauso wichtig wie das Anregen von neuem Wachstum. Das Haar wächst im Durchschnitt etwa 1,25 cm pro Monat. Wenn die Spitzen jedoch im selben Tempo durch Reibung und Austrocknung abbrechen, stagnieren deine Haare optisch dauerhaft auf derselben Länge.
Fokussiere dich für langes, gesundes Haar daher auf eine ganzheitliche Pflegeroutine:
• Ernährung für gesundes Haar: Setze auf Proteine, Eisen, Zink sowie die Vitamine A, C, D und E (oder Biotin bei einem nachgewiesenen Mangel), um die Haarfollikel von innen heraus optimal mit Nährstoffen zu versorgen.
• Kopfhautpflege optimieren: Halte deine Kopfhaut sauber und im biologischen Gleichgewicht. Sanfte Kopfhautmassagen können die Durchblutung der Follikel zusätzlich anregen und das Haarwachstum stimulieren.
• Feuchtigkeit & intensive Pflege: Nutze nach jeder Wäsche einen Conditioner sowie regelmäßige Intensivkuren oder Haarmasken. Versiegele die Feuchtigkeit in den empfindlichen Spitzen anschließend mit ein paar Tropfen eines leichten Haaröls.
• Mechanische und chemische Schäden minimieren: Reduziere Hitze-Styling, starke Blondierungen, aggressive chemische Behandlungen und zu grobes Ausbürsten im nassen Zustand.
• Spliss regelmäßig schneiden lassen: Ein Haarschnitt beschleunigt zwar nicht das Wachstum an der Wurzel, aber das gezielte Schneiden von Spliss verhindert wirksam, dass der Haarschaft weiter nach oben aufplatzt und dir deine hart erarbeitete Länge ruiniert.
Du kannst deine biologische Wachstumsrate zwar nicht drastisch beschleunigen, aber indem du Haarbruch konsequent verhinderst, behältst du die rund 15 cm an natürlichem Zuwachs, die dein Haar pro Jahr gesund nachproduziert.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Wachstum