Haare erneut färben

A: Du kannst es machen - vorausgesetzt, deine Haare und deine Kopfhaut halten einen zweiten chemischen Prozess problemlos aus.
Wenn du speziell eine Direktzieher-Tönung planst (eine physikalische Tönung ohne Entwickler), bist du auf der sicheren Seite. Direktziehende Pigmente lagern sich lediglich außen an der Schuppenschicht des Haares an, anstatt deine Naturpigmente aufzuhellen. Sie verursachen also so gut wie keine Schäden. Wenn du jedoch eine Intensivtönung nutzt, die einen niedrigprozentigen Entwickler benötigt, bedenke: Diese öffnet die Schuppenschicht trotzdem leicht, wodurch es zu Feuchtigkeitsverlust kommen kann.
Wenn du dein Haar diesem Prozess zweimal innerhalb von 24 Stunden aussetzt, können essenzielle Lipide entzogen werden. Das hinterlässt dein Haar trocken, spröde und extrem anfällig für Haarbruch. Zudem kann eine solche Doppelbehandlung zu chemischen Verbrennungen, Rötungen oder einer extremen Empfindlichkeit deiner Kopfhaut führen. Diese braucht dann erst einmal Zeit, um ihren natürlichen Säureschutzmantel wiederaufzubauen.
Dunkler färben, Aufhellen und Überpigmentierung
Wenn dein Ziel einfach nur ist, dein Haar dunkler zu färben oder ein ungleichmäßiges Ergebnis zu korrigieren, kann eine zweite Anwendung einer Direktzieher-Tönung die richtige Wahl sein. Aber Vorsicht vor dem sogenannten Absacken bzw. einer Überpigmentierung: Wenn du permanente Farbe mehrfach schichtest, können die Längen und Spitzen fleckig, überlagert oder deutlich dunkler werden als eigentlich geplant.Wenn du versuchen willst, heller als dein aktueller Ton zu werden, trage auf keinen Fall eine weitere permanente Farbe auf in der Hoffnung, dass sie aufhellt. Farbe kann bereits gefärbtes Haar nicht noch einmal aufhellen. Bereits behandeltes Haar aufzuhellen erfordert eine Blondierung oder einen chemischen Farbabzug (Color Remover). Beides setzt bei frisch behandeltem Haar jedoch extreme Vorsicht voraus.
Sicherheitstests vor dem erneuten Färben
Wenn du dir auch nur minimal unsicher bist, mache zuerst eine Teststrähne und einen Hautverträglichkeitstest:• Strähnen- & Elastizitätstest: Nimm eine kleine Haarsträhne an einer unauffälligen Stelle (z. B. im Nacken) und trage deine angemischte Rezeptur für die volle Einwirkzeit auf. Spüle sie gründlich aus, feuchte das Haar wieder an und ziehe vorsichtig an ein paar einzelnen Haaren. Wenn sich das Haar dehnt und nicht mehr in seine Ursprungsform zurückschnellt - oder wenn es sich gummiartig und matschig anfühlt oder leicht abbricht - ist deine Haarstruktur stark geschädigt und hält keinen weiteren chemischen Prozess mehr aus.
• Kopfhautpflege: Fühlt sich deine Kopfhaut von gestern noch gereizt an, juckt sie oder brennt sie sogar, warte mindestens einige Tage bis zu eine Woche, bevor du erneut chemische Produkte aufträgst.
Wenn der Test erfolgreich verläuft - und sich dein Haar nach wie vor griffig, stark und gesund anfühlt - kannst du auf eigenes Risiko fortfahren. Merkst du eine leichte Trockenheit, nutze unbedingt ein Bond-Building-Treatment oder eine intensive Haarkur, bevor du weitere Farbexperimente wagst.
Solltest du dir über den Zustand deines Haares unsicher sein, bereits mit strukturellen Schäden zu kämpfen haben oder eine große Farbkorrektur planen (wie etwa von Dunkel zurück auf Blond), halte kurz inne und konsultiere einen professionellen Coloristen. Er kann die Porosität sowie Elastizität deines Haares fachgerecht beurteilen und dir den schonendsten Weg zum Wunschfarbton empfehlen.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Färben