Bürstenstriche für gesundes Haar

Eine Frau, die sich ihre langen Haare bürstet
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F: Wie viele Bürstenstriche am Tag braucht man eigentlich für gesundes Haar?
 
A: Auch wenn die alte Tradition, jeden Abend pflichtbewusst 100 Bürstenstriche zu zählen, ein nostalgisches Bild aus den Zeiten unserer Großmütter heraufbeschwört, zeigt uns die moderne Dermatologie, dass diese „magische Zahl“ eigentlich ein Mythos ist. Tatsächlich spielt die bloße Anzahl der Striche eine weit untergeordnete Rolle – viel wichtiger sind die Wahl deiner Bürste und die Technik, mit der du arbeitest.
 
Grundsätzlich solltest du dein Haar nur so oft bürsten, wie es für das Styling oder das Entwirren wirklich notwendig ist. Jeder einzelne Zug mit der Bürste erzeugt mechanische Reibung an der empfindlichen Schuppenschicht deiner Haare. Wer zu häufig zur Bürste greift, strapaziert die natürliche Schutzschicht, was langfristig zu Spliss, Frizz und unschönem Haarbruch führen kann.
 
Damit du dein Haar optimal pflegst und seine Gesundheit förderst, ist das richtige Werkzeug der Schlüssel. Eine Bürste mit natürlichen Wildschweinborsten eignet sich hervorragend für glattes bis welliges Haar, da sie dabei hilft, die natürlichen Öle deiner Kopfhaut sanft vom Ansatz bis in die Spitzen zu verteilen. Das sorgt für geschmeidige und natürlich glänzende Strähnen. Solltest du hingegen dickes, lockiges oder stark strukturiertes Haar haben, ist eine flexible Synthetikbürste oder ein grobzinkiger Holzkamm die sicherere Wahl, da Naturborsten hier oft zu viel Reibung erzeugen und eher Haarbruch begünstigen könnten.
 
Hier sind einige Tipps, wie du dein Haar schonend und effektiv bürstest:
 
• Fang bei den Spitzen an: Beginne damit, das Haar mit deiner Bürste oder einem grobzinkigen Kamm unten an den Spitzen zu entwirren, und arbeite dich dann Stück für Stück bis hoch zum Ansatz vor. Wenn du direkt am Oberkopf anfängst, schiebst du vorhandene Knoten nur zu einem dichten Knäuel am Ende zusammen. Die Folge: Du musst sie gewaltsam herausreißen, was unnötigen Haarbruch provoziert.
 
• Sei sanft am Ansatz: Sobald die Bürste problemlos von den Spitzen bis zur Kopfhaut durchgleitet, kannst du mit sanften, gleichmäßigen Strichen vom Ansatz bis in die Spitzen fahren, um die wertvollen Öle gleichmäßig zu verteilen.
 
• Vermeide aggressive Bewegungen: Verzichte darauf, deine Haare nach vorne zu werfen oder stark gegen die natürliche Wuchsrichtung zu bürsten. Das belastet die Haarfollikel unnötig und kann langfristig zu Schäden oder sogar vermehrtem Haarausfall führen.
 
• Vorsicht bei nassem Haar: Haar ist im nassen Zustand am empfindlichsten und bricht daher besonders leicht. Wenn du nasses Haar entwirren musst, verwende unbedingt einen grobzinkigen Kamm oder eine spezielle Bürste für nasses Haar – idealerweise in Kombination mit einem schützenden Leave-in-Conditioner.
 
Letztendlich kommt es also keinesfalls auf die exakte Anzahl der Bürstenstriche an. Entscheidend ist, dass du behutsam vorgehst, die Reibung minimierst und das passende Werkzeug wählst, um dein Haar langfristig geschmeidig und gesund zu halten.
 
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Siehe auch:
 
Richtig kämmen und bürsten
 
Haarmythen